Brautente

Aix sponsa

Brautente
Foto: lwolfartist · CC BY 2.0

Die Brautente ist eine Vogelart aus der Familie der Entenvögel (Anatidae). Ihr natürliches Verbreitungsgebiet ist Nordamerika. Sie lebt an Waldseen und ist an ein Leben in Waldgebieten angepasst. Bäume dienen ihr als Brut- und Rastplatz. Sie brütet bevorzugt in verlassenen Nisthöhlen von Spechten.

Die Brautente (Aix sponsa) ist eine Vogelart aus der Familie der Entenvögel (Anatidae). Ihr natürliches Verbreitungsgebiet ist Nordamerika. Sie lebt an Waldseen und ist an ein Leben in Waldgebieten angepasst. Bäume dienen ihr als Brut- und Rastplatz. Sie brütet bevorzugt in verlassenen Nisthöhlen von Spechten. Die Küken springen wenige Stunden nach dem Schlupf mehrere Meter auf den Erdboden hinab, um dem weiblichen Elternvogel zum nächsten Gewässer zu folgen. Brautenten sind sehr manövrierfähige Flieger, die auch dichte Baumbestände geschickt durchfliegen. Sie zählen heute zu den häufigsten Enten Nordamerikas. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren ihre Bestände stark zurückgegangen, so dass man befürchtete, diese Art würde aussterben. Zahlreiche Schutzmaßnahmen haben dazu beigetragen, dass sich der Bestand dieser Art wieder stark erholt hat.

Die Männchen tragen ein kontrastreiches Prachtkleid, die Art wird daher häufig als Ziergeflügel gehalten. Verwilderte Brautenten leben als sogenannte Gefangenschaftsflüchtlinge in kleinen Populationen auch freilebend in Europa.

Systematik

Die Brautente wird gemeinsam mit der ostasiatischen Mandarinente der Gattung Aix zugeordnet. Die beiden Arten sind die einzigen rezenten Vertreter dieser Gattung. Carl von Linné ordnete bei seiner wissenschaftlichen Erstbeschreibung die Brautente noch zu den Eigentlichen Enten. Taxonomisten haben seitdem die Art mehreren unterschiedlichen Gattungen zugeordnet, unter anderem auch der Gattung Dendrocygna, zu denen Arten wie die Herbst- und Witwenpfeifgänse gehören.

Die heute übliche Einordnung der Brautente in die Gattung Aix wurde 1828 erstmals von Friedrich Boie vorgeschlagen und 1858 von Spencer Fullerton Baird in einem Katalog von Vogelarten für das Smithsonian Institution wieder aufgegriffen. Über lange Zeit stellte man die Gattung mit acht weiteren zur Tribus Cairinini. Heute wird sie den Schwimmenten zugeordnet. Allerdings wird die Feingliederung der Anatinae von Taxonomen unterschiedlich beurteilt und die Gattungs- und Artzugehörigkeit ist wegen neuer morphologischer Erkenntnisse teilweise stark im Umbruch. Hier wird dem Standardwerk Ducks, Geese and Swans gefolgt, das 2005 von der auf Entenvögel spezialisierten Ornithologin Janet Kear posthum herausgegeben wurde.

Obwohl Brautente und Mandarinente zwei eng miteinander verwandte Arten sind, kommt es bei ihnen zu keinen Hybriden. Ursache dafür ist vermutlich, dass die Mandarinente einen abweichenden Karyotyp besitzt. Sie ist auch mit den meisten anderen Entenarten nicht fortpflanzungsfähig.

Erscheinungsbild

Die Brautente ist eine mittelgroße Entenart und erreicht eine Körperlänge von 47 bis 54 Zentimetern. Die Flügellänge beträgt zwischen 21 und 24 Zentimeter. Die etwas größeren Männchen wiegen durchschnittlich 680, die Weibchen 640 Gramm. Die Brautente ist damit etwas kleiner als eine Stockente und hat in etwa die Körpergröße des nordamerikanischen Kappensägers. Die Größengleichheit der Brautente mit dem nordamerikanischen Kappensäger ist nicht zufällig. Beide nutzen Baumhöhlen des Helmspechts. Auch das Verbreitungsgebiet aller drei Arten ist weitgehend identisch.

Zu den auffälligen Besonderheiten im Körperbau gehört, dass das Auge der Brautente mit durchschnittlich 12,3 Millimeter den größten Durchmesser von allen Wasservogelarten aufweist. Auch der Schwanz ist ungewöhnlich lang und wird innerhalb der Schwimmenten nur von der Spießente übertroffen.

Gefieder des Männchens

Das Männchen hat ein auffälliges und farbenprächtiges Prachtkleid. Die metallisch grün und violett schimmernden Nackenfedern sind zu einem Schopf verlängert. Dieser ist auf jeder Kopfseite von zwei weißen Farblinien gerahmt. Die obere weiße Farblinie beginnt an der oberen Schnabelbasis und verläuft in einem Halbbogen bis zum Nacken. Die weiße Färbung von Kinn und Kehle läuft auf den Wangen u-förmig aus. Das Rückengefieder ist dunkel grünbraun. Die Schwingen sind metallisch blau, grün und schwarz und weisen einen blauen Flügelspiegel auf. Die Federn der Armschwingen haben eine weiße Spitze. Das Schwanzgefieder ist glänzend dunkelgrün. Die oberen Schwanzfedern weisen gelegentlich eine goldbraune Streifung auf. Die Vorderbrust ist kastanienrot und weist kleine, dreieckige, cremefarben bis weiße Flecken auf und ist an den Seiten von einem weißen und einem schwarzen senkrechten Streifen begrenzt. Die übrige Körperunterseite ist weiß. Die Flanken sind goldbraun mit einer sehr feinen dunklen Strichelung. Der Schnabel ist auf der Oberseite rötlich mit einem deutlich abgegrenzten schwarzen Schnabelnagel. Die Nasenlöcher finden sich im hinteren Drittel des Schnabels sehr weit oben auf dem Schnabelfirst. Der Unterschnabel ist dunkel. Die Beine sind dunkelgelb bis schwarzbraun. Der Augenring und die Iris sind auffällig orangerot.

Die Männchen tragen ihr Prachtkleid ab dem späten Sommer bis in den frühen Sommer des nächsten Jahres. Die Vollmauser beginnt mit dem Wechsel des Kleingefieders. Zwei bis drei Wochen später erfolgt der Abwurf der Schwingenfeder. Ab September trägt der größte Teil der Männchen wieder das Prachtkleid.

Während der kurzen Zeit, in der die Männchen ihr Schlichtkleid tragen, ähnelt ihr Körpergefieder dem der Weibchen. Sie weisen allerdings noch die für Männchen charakteristischen weißen Farbpartien an Kehle und Kinn auf. Auch ihre auffällige orangerote Augenfärbung sowie die Schnabelfärbung bleiben unverändert. Auf Grund dieser Merkmale lassen sie sich eindeutig von Brautentenweibchen unterscheiden und können auch mit den Weibchen der Mandarinente nicht verwechselt werden.

Gefieder des Weibchens

Die Weibchen haben einen grauen Kopf sowie ein kleingeflecktes graubraunes Brust- und Flankengefieder. Während der Fortpflanzungszeit ist das Nackengefieder leicht verlängert. Das graubraune Rückengefieder weist einen leichten purpurgrünen Glanz auf. Kinn und Kehle sind weiß. Um das Auge verläuft ein auffälliger weißer Augenring, der am Augenende leicht nach hinten gezogen ist. Die Flügelfärbung gleicht weitgehend der der Männchen, die Farben sind allerdings etwas weniger intensiv. Die Armschwingen haben an ihrem Ende tropfenförmige weiße Flecken, die etwas größer als bei den Männchen sind. Der Schwanz ist bronzebraun. Der Schnabel ist schwarzfleckig. Die Beine sind etwas dunkler als beim Männchen. Die Iris ist dunkelbraun.

Wie die Männchen wechseln die Weibchen zweimal im Jahr das Kleingefieder und einmal jährlich die Schwung- und Steuerfedern. Die Weibchen durchlaufen die Vollmauser etwa einen Monat früher als die Männchen. Wie die Männchen sind sie während der Mauser für eine kurze Zeit flugunfähig. Bei brütenden Weibchen fällt diese Zeit in den Zeitraum, in dem die Küken heranwachsen. Das Ruhekleid der Brautentenweibchen entspricht weitgehend dem der Fortpflanzungszeit. Die Nackenfedern sind in dieser Zeit allerdings etwas kürzer und das Weiß um die Augen ist etwas kleiner.

Küken und Jungvögel

Die Kopfplatte sowie die Körperoberseite der Brautentenküken sind dunkel olivbraun. Das Gesicht, die Kehle und die Bauchseite sind grauweiß.

Die Küken haben einen auffälligen Zügel, der vom Ende des Auges zum Hinterhals verläuft. Auf den Flügeln sowie am Bürzel finden sich kleine blass gelblichbraune Flecken. Der Schwanz ist schwarz und breit gefächert. Die Stirn ist dunkel. Die Augen sind auffällig groß. Sowohl die Krallen als auch der steiffedrige Schwanz helfen den Küken, aus ihrer Bruthöhle herauszuklettern.

Junge Brautenten sind ab ihrer siebten bis neunten Lebenswoche voll befiedert. Sie weisen ab diesem Zeitpunkt eine große Ähnlichkeit mit den Weibchen auf. Nach weiteren drei Wochen beginnt ihre Umfärbung in das erste Alterskleid, und sie zeigen zunehmend die für ihr jeweiliges Geschlecht charakteristische weiße Gesichtsmarkierung. Zeitgleich erhalten Schnabel, Iris und die Füße die Färbung adulter Brautenten. Junge Weibchen können an den breit gesäumten Flankenfedern sowie dem grauen Schnabel von den adulten Brautentenweibchen unterschieden werden.

Verwechslungsmöglichkeiten mit anderen Entenarten

Die Weibchen der Brautente sind in ihrem Gefieder den Weibchen der Mandarinente sehr ähnlich. Diese sind allerdings an den Flanken grober rundgefleckt und haben im Vergleich zu weiblichen Brautenten einen schmaleren Augenring. Brautentenweibchen sind etwas größer als die der Mandarinente und haben insgesamt eine etwas dunklere Gefiederfärbung. Mandarinentenweibchen fehlt der purpurgrüne Glanz auf dem Rückengefieder. Ihr Kopf hat eine eher graue Färbung, während der Kopf der Brautente fast grünlich wirkt. Bei Mandarinentenweibchen ist außerdem der Schwanzteil kürzer.

Die Küken der Brautente ähneln in ihrer Farbaufteilung denen der Mandarinente. Sie sind jedoch deutlich größer. Die Gefiederfärbung ist außerdem etwas matter und blasser als die der Mandarinentenküken.

Stimme

Brautenten sind überwiegend schweigsame Entenvögel. Vom Männchen ist gelegentlich ein dünnes, ansteigendes dschii-ii zu hören. Während der Balz gibt das Männchen auch ein glucksendes pfits von sich. Das Weibchen hat ein sehr variables Stimmrepertoire. Es ruft unter anderem ein blechern klingendes, hochgezogenes writ, das es rhythmisch wiederholt. Zu den Lauten des Weibchens gehört auch ein langgezogenes, quiekendes uh-iik. Das Weibchen ruft die Küken mit gluckenden kuh kuh kuh-Lauten. Die Küken erlernen diesen Ruf bereits vor dem Schlupf und in der ersten Stunde ihres Lebens. Sie werden vom Weibchen mit diesen Glucklauten aus ihrer Nisthöhle gelockt und zum Sprung auf den Boden aufgefordert. Die Küken geben ständig hohe, mehrsilbige Rufe von sich. Küken, die sich bedroht fühlen, rufen ein schnelles ti-ti-ti-ti. Ab etwa dem dritten Lebensmonat beherrschen sie das Rufrepertoire der adulten Brautenten.

Zu den Instrumentallauten der Brautente zählt ein pfeifendes Fluggeräusch.

Ursprüngliches Verbreitungsgebiet

Der Schwerpunkt des Verbreitungsgebiets der Brautente ist auf die Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada begrenzt. Eine sehr kleine Population brütet außerdem auf Kuba. Im Winterhalbjahr werden Brautenten gelegentlich in Mexiko beobachtet. Sie sind dort jedoch keine Brutvögel. Die nördliche Verbreitungsgrenze sind der Osten der Großen Seen, Manitoba, New Brunswick und der Süden von Québec.

Für den nordamerikanischen Kontinent werden drei Populationen unterschieden. Die westliche Population kommt im Süden von British Columbia, dem Nordosten von Montana, dem pazifischen Nordwesten sowie Kalifornien vor. Die zweite Population brütet in einem Gebiet, das sich über die Great Plains nach Osten bis zur Atlantik-Küste erstreckt und von den südlichen kanadischen Provinzen östlich von Alberta bis zu den US-Bundesstaaten am Golf von Mexiko reicht. Eine dritte Population brütet in den High Plains in Zentral-Nordamerika. Brutvögel finden sich am Yellowstone River, am Missouri, auf den High Plains von Wyoming und in Colorado.

Brautenten sind Teilzieher, die überwiegend während der Nacht ziehen. Die nördlichen Populationen ziehen im Winterhalbjahr nach Süden und halten sich dann südlich des 35. nördlichen Breitengrads auf. Sie erreichen in dieser Zeit in geringer Zahl auch den äußersten Nordosten sowie die südwestlichen Küstengebiete Mexikos. Die in Kalifornien sowie die südlich einer Linie von North Carolina, Tennessee und Arkansas lebenden Brautenten sind überwiegend Standvögel.

Verbreitung in Europa

Die optisch attraktive Brautente wurde bereits im 17. Jahrhundert nach Europa importiert. Sie gehörte beispielsweise zu dem am königlichen Hof zu Versailles gepflegten Ziergeflügel. Von entflohenen und anschließend verwilderten Brautenten wurde bereits im 19. Jahrhundert berichtet. Brautenten werden gerne als Ziergeflügel gehalten, weil sie winterhart sind und sich in Gefangenschaft leicht fortpflanzen. Den Enten werden in der Regel nicht die Flügel gestutzt, so dass verwilderte Paare gelegentlich in der freien Landschaft brüten und sich kurzfristig auch fortpflanzen. Nach 1900 gab es im Berliner Großraum eine Zeit lang gezielte Ansiedlungsversuche durch den Ornithologen Oskar Heinroth. 1909 bestand diese frei lebende Population aus etwa 120 Alttieren, die bis 1930 allerdings wieder erlosch. Solche Einbürgerungsversuche von nicht zur heimischen Fauna gehörenden Tieren werden heute kritisch gesehen, und in Mitteleuropa haben sich bis heute keine selbst erhaltenden Brautenten-Populationen gebildet. Fachleute halten es jedoch für möglich, dass sich die Brautente in naher Zukunft etablieren könnte.

Bestand

Text übernommen aus Wikipedia · CC BY-SA 4.0

Wo er lebt

Gefiederfarben

Verbreitung

Verbreitungskarte von Aix sponsa
Karte von Cephas · CC BY-SA 4.0

Taxonomie

Familie
Anatidae
Gattung
Aix
Schutzstatus
Nicht gefährdet

Ruf anhören

Noch keine Aufnahme

Die Illustrationen im Paket

Brautente, Aquarell
Aquarell
Brautente, Historische Tafel
Historische Tafel
Brautente, Tusche
Tusche
Brautente, Öl
Öl
Brautente, Realistisch
Realistisch
Brautente, Buntstift
Buntstift

Vorschau mit Wasserzeichen. Das Paket enthält alle 6 Illustrationen in hoher Auflösung, ohne Wasserzeichen.

Digitale Editionen

HD-Digitalkunstpaket — Brautente

Digitaler Download: 12 hochauflösende Illustrationen des Brautente (Aix sponsa), druckfertig. Es handelt sich um eine Datei; es ist kein Tier und kein physisches Produkt enthalten.

1,99 $

KI-Avatar — Brautente

Erzeugen Sie einen Avatar, der Ihr Gesicht mit dem Brautente (Aix sponsa) verschmilzt. Digitale Lieferung in 8K, ohne Wasserzeichen. Digitales Produkt; es werden keine Tiere verkauft oder vermittelt.

4,99 $

Sofortiger Download. Es werden keine lebenden Vögel verkauft.

Häufige Fragen

Ist Aix sponsa (Brautente) vom Aussterben bedroht?
Die Rote Liste der IUCN führt Aix sponsa, im Deutschen Brautente genannt, in der Kategorie „Nicht gefährdet“. „Nicht gefährdet“ bedeutet, dass derzeit keine Bedrohung besteht.
Wo lebt Aix sponsa (Brautente)?
Aix sponsa (Brautente) kommt in folgenden Regionen vor: Afrika.
Zu welcher Familie gehört Aix sponsa (Brautente)?
Aix sponsa (Brautente) gehört zur Familie Anatidae in der Ordnung Anseriformes.
Welche Farbe hat Aix sponsa (Brautente)?
Das Gefieder von Aix sponsa (Brautente) vereint folgende Farben: Mehrfarbig.

Mehr aus derselben Familie