Halsbandsittich
Psittacula krameri
Avilumen-Redaktion ·

Der Halsbandsittich, auch Kleiner Alexandersittich genannt, ist eine Vogelart, die zur Familie der Altweltpapageien (Psittacidae) gehört. Es ist die am weitesten verbreitete Papageienart. Er kommt sowohl in Afrika südlich der Sahara als auch in Asien, beginnend mit Pakistan und Indien, vor. Als Neozoon lebt er unter anderem in Europa und Nordamerika.
Der Halsbandsittich (Psittacula krameri), auch Kleiner Alexandersittich genannt, ist eine Vogelart, die zur Familie der Altweltpapageien (Psittacidae) gehört. Es ist die am weitesten verbreitete Papageienart. Er kommt sowohl in Afrika südlich der Sahara als auch in Asien, beginnend mit Pakistan und Indien, vor. Als Neozoon lebt er unter anderem in Europa und Nordamerika. Die Häufigkeit ist aufgrund der uneinheitlichen klimatischen Bedingungen jedoch regional verschieden.
Unterarten
Der Halsbandsittich hat neben der Nominatform drei Unterarten, die quer durch Asien und Afrika vorkommen und damit ein großes natürliches Verbreitungsgebiet aufweisen. Die Unterschiede in den Arten sind als minimal zu bezeichnen und werden unter Merkmale dargelegt.
Die vier allgemein anerkannten Unterarten lauten:
Afrikanischer Halsbandsittich (Psittacula krameri krameri (Scopoli, 1769))
Abessinischer Halsbandsittich (Psittacula krameri parvirostris (Souancé, 1856))
Neumanns Halsbandsittich (Psittacula krameri borealis (Neumann, 1915))
Indischer Halsbandsittich (Psittacula krameri manillensis (Bechstein, 1800))
Afrikanischer Halsbandsittich (Psittacula krameri krameri)
Der afrikanische Halsbandsittich ist überwiegend von der Farbe her grasgrün. Der Unterschwanz ist hellgelb. Die beiden längsten Schwanzfedern sind blau mit gelber Spitze. Der Oberschnabel ist dunkelrot bis fast schwarz mit schwarzer Spitze, der Unterschnabel ist größtenteils schwarz.
Ein adultes Männchen färbt etwa im zweiten Jahr ein Halsband aus, das vorne schwarz und im Nacken rosa ist. Manchmal erhalten die Männchen dieses Band bereits nach einem Jahr. Männchen haben auch einen Augenstreifen (sogenannte Zügel). Das Halsband weist oft oberhalb der schwarzen Färbung einen leicht bläulichen Schleier auf. Die Augen sind schwarz mit leichtgelber Iris. Die Farbe der Beine ist gräulich mit dunklen Krallen. Die gesamte Körperlänge beträgt zirka 40 cm.
Die Weibchen unterscheiden sich von den Männchen nur durch das fehlende schwarz-rosafarbene Halsband und den fehlenden Zügel. Im Nacken ist auf Höhe des männlichen Halsbandes eine leicht grüne Abtrennung zu erkennen. Die Farben sind leicht matter und der Unterschnabel ist schwärzer.
Indischer Halsbandsittich (Psittacula krameri manillensis)
Der indische Halsbandsittich – die Unterart, die als kleiner Alexandersittich auch als Neobiota die höchste Verbreitung hat – unterscheidet sich von der Nominatform durch die Größe und den roten Oberschnabel. Der Unterschnabel ist größtenteils schwarz mit leicht roter Spitze. Die Körperlänge ist durchschnittlich bei 42 cm, wobei das Schwanzgefieder einen erheblichen Teil einnimmt. Die Unterart ist überwiegend von der Farbe her dunkler und hat einen erkennbaren blaugrauen Schleier im Brustgefieder. Das Rosa im Nacken auf Höhe des Halsbandes sowie der blaue Schleier oberhalb des Halsbandes ist besser sichtbar und dunkler als in der Nominatform. Die Weibchen nehmen dieselben fehlenden Merkmale wie in der Nominatform auf, haben also weder Halsband noch Zügel.
Abessinischer Halsbandsittich (Psittacula krameri parvirostris)
Der Abessinische Halsbandsittich wird oft mit der Nominatform verwechselt, da die Unterschiede minimal sind. Die abessinische Unterart unterscheidet sich durch ihr grünes Gefieder, das einen durchgängig blauen Schleier aufweist, und einen kleineren Schnabel. Das Blau oberhalb des Halsbands im Nacken ist kräftiger und reicht als Farbverlauf fast bis zu den Augen an den Vorderkopf. Die Körperlänge ist wie in der Nominatform zirka 40 cm.
Die Weibchen nehmen dieselben fehlenden Merkmale wie in der Nominatform auf, das Blau ist leicht matter als beim Männchen dieser Unterart.
Neumanns Halsbandsittich (Psittacula krameri borealis)
Der Neumannsche Halsbandsittich entspricht fast der indischen Unterart, unterscheidet sich primär aber in Größe und Schnabelform. Der Unterschnabel ist rötlich gefärbt statt schwarz. Das gesamte Gefieder hat im Vergleich einen graugrünen Schleier. Die Körpergröße ist im Durchschnitt mit 43 cm die größte aller Halsbandsittich-Arten.
Die Weibchen nehmen dieselben fehlenden Merkmale wie in der Nominatform auf, der Grauschleier ist leicht matter als beim Männchen dieser Unterart.
Ursprüngliche Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Halsbandsittich-Arten erstreckt sich in einem nördlich des Äquators liegenden Streifen quer durch den afrikanischen Kontinent sowie über den gesamten indischen Subkontinent.
Mit fast 10 Millionen Quadratkilometern hat die Art damit innerhalb der Gattung Psittacula die größte natürliche Flächenausdehnung, also bereits abgesehen von den zusätzlichen Gebieten als Neozoon.
Alle Unterarten haben gemein, dass sie in abszissiven Lebensräumen, die von Halbwüsten bis zu leichtem Sekundärdschungel durchzogen sind, leben. Kommt die afrikanische Nominatform meist im Tiefland vor, können die asiatischen Unterarten bis zu 4000 Meter im Himalaya-Gebiet und die abessinische Unterart bis zirka 2000 Meter über Normalnull an Randgebieten des Gambela-Nationalparks vorgefunden werden.
Das natürliche Habitat umfasst damit Savannen- oder Steppenklima mit offenem Buschland. Die indischen Arten halten sich im Himalaya-Gebiet in Kiefernzonen der Emodi-Kiefer auf, bevorzugen offenes Ackerland mit verstreuten Bäumen und sind oft auch in Getreidehöfen anzutreffen.
Afrikanischer Halsbandsittich
Der afrikanische Halsbandsittich kommt ursprünglich in insgesamt 14 Ländern vor. Beginnend im südlichen Senegal, Gambia, Guinea-Bissau, Guinea, südlichen Mali, Burkina Faso, südlichen Niger, nördlichen Ghana und Togo, Benin, nördlichen Nigeria, südlichen Tschad und Sudan und nördlichen Südsudan vor. Somit ist die gesamte Großlandschaft Sudan bis zum äthiopischen Hochland im Osten die Heimatregion.
Abessinischer Halsbandsittich
Der abessinische Halsbandsittich schließt sich an das östliche Verbreitungsgebiet der Nominatform an. Das Verbreitungsgebiet geht durch Äthiopien bis nach Dschibuti und Somalia.
Indische Halsbandsitticharten
In Asien leben die Unterarten P. k. borealis und P. k. manillensis in einem Gebiet, das den gesamten indischen Subkontinent sowie Pakistan, Bangladesch, Myanmar und Sri Lanka umfasst.
Prädation
In London werden Halsbandsittiche insbesondere von Wanderfalken gejagt. Dort wurden die Sittiche zudem auch als Beutetiere von Baumfalke, Sperber und Waldkauz nachgewiesen.
Halsbandsittich und Mensch
Die Domestikation der ersten Papageienarten begann vermutlich bereits in der Bronzezeit. Erste Belege von Käfigen wurden für die Zeit zwischen 2000 und 800 v. Chr. gefunden. Der Halsbandsittich gehört zu den ersten Papageien, die nach Europa gebracht worden sind. Vor mehr als 2300 Jahren wurde er unter der Gefolgschaft von Alexander dem Großen aus Asien nach Griechenland gebracht, daher auch die Bezeichnung (Kleiner) „Alexandersittich“ neben dem etwa gleichzeitig eingeführten Großen Alexandersittich.
Indische Kultur
In Indien war die Domestikation der Halsbandsittiche so weit fortgeschritten, dass bereits zwischen 200 und 300 n. Chr. im ersten Buch Der Lebensstil des Lebemannes des berühmten Lehrbuchs Kamasutra von Vatsyayana Mallanaga als eine der 64 zu beherrschenden Fertigkeiten für einen Mann der reichen Oberschicht verzeichnet war, einem Halsbandsittich das Sprechen beizubringen. Papageien durften im Maurya-Reich durch die Edikte des Königs Ashoka weder verzehrt noch überhaupt getötet werden. Diese Edikte gelten mit als die ersten Tierschutzrechte der Menschheitsgeschichte.
Der Halsbandsittich galt im altindischen Volksglauben als Liebesvogel und wurde so auch als Paradiesvogel im Europa des Mittelalters adaptiert. Kurtisanen, die in der indischen Kunst dargestellt wurden, trugen als Erkennungszeichen meist einen Halsbandsittich auf der Hand. Der hinduistische Liebesgott Kamadeva pflegte auf Halsbandsittichen zu reiten oder seinen Wagen von ihnen ziehen zu lassen.
Auch wenn es in altindischer Literatur darum geht, Intelligenz oder überragende List zu verkörpern, ist der Held häufig ein Papagei, so zum Beispiel in dem Schauspiel Avimaraka, das der Sanskrit-Dramatiker Bhāsa um 300 n. Chr. geschrieben hat, oder in dem Buch Vikramodaya, einer Sammlung von indischen Verserzählungen, basierend auf dem legendären König Vikramaditya. In der romantischen Sanskrit-Novelle Kādambari des Sanskrit-Dichters Bāṇabhaṭṭa tritt ein weiser Papagei als Geschichtenerzähler auf. Der chinesische Pilgermönch Xuanzang, der von ca. 630 bis 643 in Indien weilte, erwähnte in seinen 656 buddhistischen Texten das Zusammenleben von Sittich und Mensch am Hof des Chalukya-Herrschers Pulakesi II.
Griechische Kultur
Nachdem der griechische König von Makedonien und Hegemon, Alexander der Große, im Frühjahr 326 v. Chr. mit seinem Heer den Indus überschritten hatte, kamen diese mit den von den Indern gezähmten und zum Sprechen abgerichteten Sittichen häufiger in Kontakt. So wurden diese laut Plinius dem Älteren (23/24–79 n. Chr.) in der Umgangssprache der Inder siptace oder sittace genannt. Daher stammen auch die wissenschaftlichen Namen wie Psittaciformes, Psittacus und Psittacula: Die Griechen übernahmen die Bezeichnung in der Form ψίττακος psíttakos (und einigen Varianten), was die Römer später zu psittacus latinisierten. Schon vor dem Feldzug hatte Ktesias von Knidos (5. Jahrhundert und frühes 4. Jahrhundert v. Chr.) in seinem Werk Indika den Begriff nach dem indischen Namen für einen Vogel aufgezeichnet und bezeichnete damit höchstwahrscheinlich einen Sittich.
Vermutlich gelang es dem griechischen Geschichtsschreiber Onesikritos – der Alexander auf dem indischen Feldzug begleitete – im Jahr 325 v. Chr. als erstem Europäer, Halsbandsittiche bis zum Euphrat über den Seeweg zu befördern und anschließend auch noch in lebendigem Zustand nach Griechenland zu bringen.
Für den griechischen Geographen Strabon (63 v. Chr.–20 n. Chr.) scheint eine stetige Population des Halsbandsittichs in Griechenland schon gegeben zu sein, da er selbst in seinen Geographika mitteilt, dass er viele gesehen habe, und weiß, dass auch andere den Vogel kennen.
In der Zeit nach Alexander waren es zunächst Handelsreisende, die Halsbandsittiche als kostbare Gastgeschenke mit nach Griechenland brachten. 1886 konnten deutsche Archäologen bei Ausgrabungen im Altargemach des Königspalastes von Pergamon Teile eines farbigen Fußbodenmosaiks bergen, welches auf die Mitte des 2. Jahrhunderts vor Christus datiert wird und auf dem ein Großer Alexandersittich abgebildet war. Insgesamt blieben die „Alexandersittiche“ aber eine Seltenheit in der griechischen Kultur.
Römische Kultur
Ptolemaios II. pflegte bereits im Jahr 273 v. Chr. freundschaftliche Beziehungen zur Römischen Republik. Um den Sieg im ersten der sechs syrischen Kriege zu feiern, ließ Ptolemaios II. Philadelphos diesen mit einem Umzug krönen, auf dem laut Kallixeinos von Rhodos in seinem Werk Peri Alexandreias über tausend Tiere mitbefördert wurden, darunter eine Anzahl indischer Alexandersittiche aus dem Zoo, den die Ptolemäer in Alexandria eingerichtet hatten. Hier kam eine größere Anzahl von Menschen der römischen Oberschicht vermutlich erstmals in Kontakt mit dem Halsbandsittich.
In der Casa della Fontana Piccola und anderen Gebäuden, welche zusammen mit dem restlichen Pompeji durch den Vulkanausbruch des Vesuvs bereits im Jahr 79 n. Chr. verschüttet wurden, konnten Fresken und Schmuckgegenstände wie Ringe mit Halsbandsittichen als Motiv gefunden werden.
Christliche Kultur
Der Untergang des Römischen Reiches im vierten und fünften Jahrhundert nach Christus, der am Ende zum Verfall der Antike führte, ließ auch Alexandersittiche aus dem Abendland verschwinden. Erst ab zirka 1050 bis 1250 im Hochmittelalter lassen sich wieder erste Zeugnisse der Arten in Europa finden. Die Sittiche wurden in Gedichten und Liedern besungen und kamen sogar als Wappentiere an europäischen Höfen vor, so wie beim Elmpter oder Berlepscher Adelsgeschlecht und der Gemeinde Niederkrüchten.
Der französische Baumeister Villard de Honnecourt (um 1200–1235) zeichnete in sein Skizzenbuch eine Gauklerin, die einen Vogel auf der Hand trägt. Nach aktuellem Stand ist dies die frühste Zeichnung im europäischen Mittelalter.
Friedrich II. von Hohenstaufen (1194–1250) unterhielt in Italien prunkvolle Tiergehege, Fasanerien und Volieren. Mit der erklärten Absicht, „die Dinge sichtbar zu machen, so wie sie sind“, schrieb er zwischen 1244 und 1250 das Werk De arte venandi cum avibus. Unter den im ersten Teil des Werkes als Beutevögel dargestellten Vogelarten ist auch der Halsbandsittich als Miniatur abgebildet. Das Werk wurde vom Historiker Michael Menzel als „Urknall ornithologischen Wissens“ bezeichnet.
Im Verlauf wurde der Halsbandsittich vor allem den europäischen Gelehrten mit Kontakt zu Adelsgeschlechtern und Königshäusern immer bekannter. So berichtet Albertus Magnus in sieben der 26 Bände seines Werks De animalibus libri XXVI vom Halsbandsittich und ergänzt altgriechische Arbeiten wie von Plinius mit eigenen Erfahrungen.
Bereits in der ersten deutschsprachigen Naturgeschichte Buch der Natur von Konrad von Megenberg (1309–1374) wurde in mittelhochdeutscher Sprache über den Halsbandsittich berichtet, wenn auch mit vielen Fabeln versehen.
Text übernommen aus Wikipedia · CC BY-SA 4.0
Wo er lebt
Gefiederfarben
Verbreitung
Taxonomie
- Ordnung
- Psittaciformes
- Familie
- Psittaculidae
- Gattung
- Psittacula
- Schutzstatus
- Nicht gefährdet
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Häufige Fragen
- Ist Psittacula krameri (Halsbandsittich) vom Aussterben bedroht?
- Die Rote Liste der IUCN führt Psittacula krameri, im Deutschen Halsbandsittich genannt, in der Kategorie „Nicht gefährdet“. „Nicht gefährdet“ bedeutet, dass derzeit keine Bedrohung besteht.
- Wo lebt Psittacula krameri (Halsbandsittich)?
- Psittacula krameri (Halsbandsittich) kommt in folgenden Regionen vor: Afrika und Südamerika.
- Zu welcher Familie gehört Psittacula krameri (Halsbandsittich)?
- Psittacula krameri (Halsbandsittich) gehört zur Familie Psittaculidae in der Ordnung Psittaciformes.
- Welche Farbe hat Psittacula krameri (Halsbandsittich)?
- Das Gefieder von Psittacula krameri (Halsbandsittich) vereint folgende Farben: Grün.
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