Haltungsratgeber
Amazonen, Graupapageien und Edelpapageien: Haltungsratgeber
Avilumen-Redaktion ·
Mittelgroße und große Papageien – Amazonen, der Graupapagei, Edelpapageien, Rotsteißpapageien (Pionus) und Langflügelpapageien der Gattung Poicephalus – sind die intelligentesten und sprachbegabtesten Heimvögel. Genau diese Intelligenz ist auch ihre größte Herausforderung: Ein gelangweilter Papagei entwickelt Verhaltensprobleme, die sich nur schwer wieder abgewöhnen lassen.

Auf einen Blick
- Größe
- 20–45 cm
- Lebenserwartung
- 25–60 Jahre je nach Art
- Lautstärke
- Mittel bis hoch
- Erfahrung
- Mittel bis fortgeschritten
- Platzbedarf
- Geräumiger Käfig und täglich Stunden Freiflug
Richtwerte: Sie schwanken je nach Art und Tier.
Ernährung
Extrudierte Pellets als Basis, täglich abwechslungsreiches Gemüse (Paprika, Karotte, Brokkoli, Blattgrün) und Obst in kleineren Mengen. Körnermischungen mit viel Sonnenblumenkernen machen dick und führen zu Vitamin-A-Mangel – ein bei Amazonen sehr häufiges Problem.
Beim Graupapagei muss man besonders auf Kalzium und Vitamin D achten: Er neigt zu Hypokalzämie, die Zittern und Krampfanfälle auslöst. Eine UVB-Vogellampe und eine ausgewogene Ernährung helfen, dem vorzubeugen.
- Kein Avocado, keine Schokolade, kein Kaffee, Alkohol, Salz, keine Zwiebeln und kein Knoblauch.
- Amazonen setzen schnell Fett an: Körner und Nüsse nur in Maßen.
- Verstecken Sie einen Teil des Futters in Spielzeug, damit er es sich erarbeiten muss.
Unterbringung
Für eine Amazone oder einen Graupapagei liegt die Mindestgröße des Käfigs bei rund 60 × 60 × 90 cm – größer ist immer besser. Der Vogel muss die Flügel vollständig ausbreiten und klettern können. Stellen Sie den Käfig dort auf, wo sich das Familienleben abspielt, mit einer Wand im Rücken, zugfrei und fern der Küche.
Papageien brauchen 10 bis 12 Stunden Dunkelheit und Ruhe zum Schlafen. Schlafmangel wird mit Reizbarkeit und Federrupfen in Verbindung gebracht.
Gesundheit
Alarmzeichen: aufgeplustertes Gefieder, halb geschlossene Augen, Schwanzatmung, auffälliger Kot, Niesen oder Appetitlosigkeit. Ein vogelkundiger Tierarzt sollte den Vogel einmal im Jahr untersuchen.
Typische Probleme: Aspergillose (Pilzinfektion der Atemwege) bei feuchter, unsauberer Haltung, Übergewicht und Lipome bei Amazonen, Federrupfen bei gestressten Graupapageien sowie Psittakose, die auf Menschen übertragbar ist.
Verhalten und Beschäftigung
Der Graupapagei ist berühmt dafür, Stimmen täuschend echt nachzuahmen, ist aber auch sensibel und scheu: Plötzliche Veränderungen stressen ihn. Amazonen sind extrovertiert und laut, und Männchen können während der Balzzeit aggressiv werden.
Alle brauchen jede Woche neues Spielzeug, Futterpuzzles und tägliches Training mit Belohnungen. Streicheln am Rücken oder unter den Flügeln regt den Balztrieb an und sollte vermieden werden.
Zucht
Gezüchtet wird in Nistkästen mit einem festen Paar. Die meisten Arten legen 2 bis 4 Eier. Beim Edelpapagei sehen Männchen (grün) und Weibchen (rot und blau) so unterschiedlich aus, dass man sie lange für verschiedene Arten hielt. Die Zucht erfordert Genehmigungen und Erfahrung.
Rechtliches und verantwortungsvoller Kauf
Der Graupapagei steht wegen des Handels mit Wildfängen seit 2016 in Anhang I von CITES, ebenso mehrere Amazonenarten. Verlangen Sie immer CITES-Papiere und einen Nachzuchtnachweis, und kaufen Sie niemals einen Papagei ohne Ring und Papiere.
Dieser Ratgeber dient der Information und ersetzt keinen vogelkundigen Tierarzt. Prüfen Sie vor der Anschaffung die Gesetze Ihres Landes und verlangen Sie CITES-Papiere. Diese Website verkauft und vermittelt keine lebenden Tiere.
Häufige Fragen
- Wie alt wird ein Graupapagei?
- Ein gut gehaltener Graupapagei wird zwischen 40 und 60 Jahre alt. Amazonen erreichen ebenfalls 40 bis 60 Jahre, Rotsteißpapageien (Pionus) und Poicephalus-Arten 25 bis 40 Jahre.
- Welcher Papagei spricht am besten?
- Der Graupapagei ahmt die menschliche Stimme am genauesten nach, gefolgt von einigen Amazonen wie der Gelbnackenamazone. Jeder Papagei ist anders, und nicht jeder Papagei lernt zu sprechen.
- Warum rupft sich mein Papagei die Federn aus?
- Federrupfen bei Papageien kann durch Krankheit, falsche Ernährung, Langeweile, Schlafmangel oder Stress verursacht werden. Zuerst sollte ein vogelkundiger Tierarzt medizinische Ursachen ausschließen, danach sollte man die Haltungsbedingungen des Papageis überprüfen.
- Was frisst eine Amazone?
- Eine Amazone sollte extrudierte Pellets als Grundfutter, täglich frisches Gemüse und Obst in kleineren Mengen bekommen. Körner und Nüsse sollten begrenzt werden, weil Amazonen schnell Übergewicht entwickeln.