Lear-Ara

Anodorhynchus leari

Avilumen-Redaktion ·

Lear-Ara
Foto: Miguelrangeljr · Public domain

Der Learara, auch Lears Ara oder Kleiner Hyazinthara genannt, ist eine stark gefährdete Art der Neuweltpapageien. Benannt wurde sie nach dem englischen Vogelmaler Edward Lear (1803–1888).

Der Learara (Anodorhynchus leari), auch Lears Ara oder Kleiner Hyazinthara genannt, ist eine stark gefährdete Art der Neuweltpapageien. Benannt wurde sie nach dem englischen Vogelmaler Edward Lear (1803–1888).

Entdeckung und Beschreibung

Mitte des 19. Jahrhunderts fiel unter den nach Europa als Bälge oder lebende Tiere importierten blauen Aras (der damals noch nicht ausgestorbene Türkisara und der deutlich größere Hyazinthara) eine weitere blaue Araart auf. Der italienische Ornithologe Charles Lucien Bonaparte beschrieb die Art 1856, nachdem er eine Abbildung von Edward Lear gesehen und einen Balg der Art im Naturhistorischen Museum in Paris gefunden hatte. Leararas sind mit ca. 72 cm Länge deutlich kleiner als die 100 cm großen Hyazintharas, ihr Gefieder ist vorherrschend blau, die Flügel- und Schwanzoberseite kobaltblau und die Schwanzunterseite dunkelgrau. Die unbefiederte Region an der Basis des Unterschnabels ist gelb. Leararas besitzen einen unbefiederten gelben Augenring, die Iris ist dunkelblau, der Schnabel grau-schwarz, und die Füße haben eine dunkelgraue Färbung.

Eine an Balgmaterial und fossilen Funden vom Herculano Alvarenga durchgeführte Studie, die auch die historischen Verbreitungsgebiete des ausgerotteten Meerblauen Aras (Anodorhynchus glaucus) mit dem des Learara vergleicht, kommt aufgrund der weitgehenden Übereinstimmung u. a. der Maße beider Arten zu dem Ergebnis, dass beide Arten nur Unterartstatus besitzen. Aufgrund der Prioritätsregel würden sich folgende neue Bezeichnungen ergeben: Anodorhynchus glaucus glaucus als Nominatform und Anodorhynchus glaucus leari für den Learara.

Verbreitung und Habitat

Obwohl Leararas als lebende Tiere in Gefangenschaft, auf Abbildungen und als Balg 1856 von Charles Lucien Bonaparte beschrieben waren, konnte erst Helmut Sick nach jahrzehntelanger Suche 1978 das Verbreitungsgebiet der Art ermitteln. Das heutige Verbreitungsgebiet ist extrem klein, er kommt nur in der semiariden Region von Bahia im Nordosten von Brasilien vor. Derzeit ist nur ein gesichertes Vorkommen bekannt, der größte Teil der Population von wenigen hundert Tieren lebt auf dem Gebiet der Farm von Otavio de Farias.

Freileben

Hauptnahrung der Art sind die Nüsse der Licuri-Palmen (Syagrus coronata). Bis zu 350 Nüsse werden pro Tier und Tag verzehrt. Weitere Nahrungspflanzen sind Melanoxylon sp., Atropha pohliana, Dioclea sp., Spondias tuberosa, Mais und die Blüten von Agave sp. Um an die Nahrungspflanzen zu gelangen, werden weite Wege in Kauf genommen. Die Brutzeit liegt zwischen Februar und April, oft fliegen zwei Jungtiere aus.

Die Tiere brüten und schlafen nicht in Baumhöhlen, sondern nutzen Höhlen in einer Felswand, die als Cliffs bezeichnet werden. Bisher liegen erst wenige Erkenntnisse über das Verhalten der Art im Freiland und in Gefangenschaft vor.

Gefährdung und Schutz

Die Populationsgröße betrug 2001 gerade 246 Tiere. Bis zum Jahr 2016 hatte die Population auf ca. 1300 Vögel zugenommen. Diverse Schutzmaßnahmen, insbesondere der Rückgang der illegalen Nachstellung, haben zu dem Bestandsanstieg geführt. Da nur ein Bruchteil der Vögel tatsächlich brütet, wird der Brutbestand auf ca. 130 Paare geschätzt. Aufgrund des kleinen Verbreitungsgebiets wurde die Art Anfang des 21. Jahrhunderts als vom Aussterben bedroht (critically endangered) eingestuft, seit 2009 gilt sie in der Roten Liste der IUCN als stark gefährdet (endangered).

Zur Stabilisierung der Nahrungsgrundlage des Leararas förderte der Fonds für bedrohte Papageien ein Arbeitskreis der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz die Bewässerung von Nahrungspflanzen. Im Loro Parque und bei Al Wabra wird versucht, eine Gefangenschaftspopulation aufzubauen. Weitere Freilanduntersuchungen laufen.

Text übernommen aus Wikipedia · CC BY-SA 4.0

Wo er lebt

Gefiederfarben

Verbreitung

Verbreitungskarte von Anodorhynchus leari
Karte von Cephas · CC BY-SA 4.0

Taxonomie

Gattung
Anodorhynchus
Schutzstatus
Stark gefährdet

Ruf anhören

Noch keine Aufnahme

Haltungsratgeber

Aras: Ratgeber zu Haltung, Ernährung und Zucht

Ara-Haltung richtig gemacht: Ernährung, Käfig- und Volierengröße, Gesundheit, Zucht, Lautstärke und CITES-Vorschriften. Ratgeber für Halter und Interessenten.

Ratgeber lesen →

Illustrationsgalerie

6 Illustrationen: Anodorhynchus leari (Lear-Ara) in verschiedenen Stilen, getreu dem echten Gefieder. Mit Wasserzeichen angezeigt; das Kunstpaket enthält die hochauflösenden Originale, druckfertig.

  • Illustration im Stil Aquarell: Lear-Ara (Anodorhynchus leari)
    Aquarell
  • Illustration im Stil Historische Tafel: Lear-Ara (Anodorhynchus leari)
    Historische Tafel
  • Illustration im Stil Tusche: Lear-Ara (Anodorhynchus leari)
    Tusche
  • Illustration im Stil Öl: Lear-Ara (Anodorhynchus leari)
    Öl
  • Illustration im Stil Realistisch: Lear-Ara (Anodorhynchus leari)
    Realistisch
  • Illustration im Stil Buntstift: Lear-Ara (Anodorhynchus leari)
    Buntstift

Digitale Editionen

HD-Digitalkunstpaket — Lear-Ara

Digitaler Download: 6 hochauflösende Illustrationen des Lear-Ara (Anodorhynchus leari), druckfertig. Es handelt sich um eine Datei; es ist kein Tier und kein physisches Produkt enthalten.

1,99 $

KI-Avatar — Lear-Ara

Erzeugen Sie einen Avatar, der Ihr Gesicht mit dem Lear-Ara (Anodorhynchus leari) verschmilzt. Digitale Lieferung in 8K, ohne Wasserzeichen. Digitales Produkt; es werden keine Tiere verkauft oder vermittelt.

4,99 $

Sofortiger Download. Es werden keine lebenden Vögel verkauft.

Häufige Fragen

Ist Anodorhynchus leari (Lear-Ara) vom Aussterben bedroht?
Die Rote Liste der IUCN führt Anodorhynchus leari, im Deutschen Lear-Ara genannt, in der Kategorie „Stark gefährdet“. „Stark gefährdet“ bedeutet ein sehr hohes Risiko, in freier Wildbahn zu verschwinden.
Wo lebt Anodorhynchus leari (Lear-Ara)?
Anodorhynchus leari (Lear-Ara) kommt in folgenden Regionen vor: Brasilien und Südamerika.
Zu welcher Familie gehört Anodorhynchus leari (Lear-Ara)?
Anodorhynchus leari (Lear-Ara) gehört zur Familie Psittacidae in der Ordnung Psittaciformes.
Welche Farbe hat Anodorhynchus leari (Lear-Ara)?
Das Gefieder von Anodorhynchus leari (Lear-Ara) vereint folgende Farben: Blau und Gelb.

Mehr aus derselben Familie