Haltungsratgeber

Aras: Ratgeber zu Haltung, Ernährung und Zucht

Avilumen-Redaktion ·

Aras sind die größten Papageien der Welt und zugleich die anspruchsvollsten Mitbewohner. Sie werden Jahrzehnte alt, brauchen sehr viel Platz, schreien so laut, dass man sie Hunderte Meter weit hört, und haben einen Schnabel, der Palmnüsse knackt. Dieser Ratgeber fasst zusammen, was ein Ara wirklich braucht – bevor Sie sich entscheiden, mit einem zusammenzuleben.

Aras
Foto: Charles J. Sharp · CC BY-SA 4.0

Auf einen Blick

Größe
30–100 cm je nach Art
Lebenserwartung
40–60 Jahre; große Arten auch deutlich älter
Lautstärke
Sehr hoch
Erfahrung
Fortgeschritten
Platzbedarf
Voliere oder eigenes Vogelzimmer

Richtwerte: Sie schwanken je nach Art und Tier.

Ernährung

Die Grundlage bilden hochwertige extrudierte Pellets für Großpapageien, täglich ergänzt durch frisches Gemüse, etwas Obst und gekochte Hülsenfrüchte. Wer nur Sonnenblumenkerne füttert, riskiert Übergewicht, Fettleber und Vitamin-A-Mangel.

Anders als viele andere Papageien brauchen Aras mehr Fett: In freier Wildbahn fressen sie sehr energiereiche Palmfrüchte. Ungesalzene Walnüsse, Mandeln oder Macadamianüsse sind eine gute Ergänzung – vor allem für den Hyazinthara, dessen natürliche Nahrung fast nur aus Fett besteht.

  • Niemals: Avocado, Schokolade, Kaffee, Alkohol, Salz, Zwiebeln, Knoblauch oder Apfelkerne.
  • Täglich frisches Wasser in einem Napf, den der Vogel weder umkippen noch zerbeißen kann.
  • Frischfutter nach wenigen Stunden entfernen, damit es nicht gärt.

Unterbringung

Ein handelsüblicher Zimmerkäfig reicht nicht aus. Ein großer Ara braucht mindestens einen Käfig von etwa 90 × 120 × 150 cm mit dicken Gitterstäben; empfehlenswert ist eine Voliere, in der er fliegen kann, oder täglich mehrere Stunden Freiflug in einem sicheren Raum.

Der Schnabel zerlegt Holz, Kunststoff und Kabel in Minuten. Meiden Sie verzinktes Metall sowie Farben mit Zink oder Blei – beim Benagen führen sie zu schweren Vergiftungen.

  • Naturäste in verschiedenen Stärken für gesunde Füße.
  • Zerstörspielzeug aus Holz, Pappe oder Naturseil, regelmäßig erneuert.
  • Keine antihaftbeschichteten Pfannen (Teflon) im Haushalt: Ihre Dämpfe beim Überhitzen töten Vögel innerhalb von Minuten.

Gesundheit

Vögel verbergen Krankheiten, bis sie weit fortgeschritten sind. Ganztägig aufgeplustertes Gefieder, auffällig viel Schlaf, eine beim Atmen wippende Schwanzspitze, veränderter Kot oder Ausfluss aus den Nasenlöchern sind ein Grund, sofort einen vogelkundigen Tierarzt aufzusuchen.

Auf diese Krankheiten sollten Sie achten: Neuropathische Drüsenmagendilatation (PDD, Aviäres Bornavirus), Psittakose (Papageienkrankheit), die auch auf Menschen übertragbar ist, sowie die Schnabel- und Federkrankheit (PBFD). Ein jährlicher Check-up mit Laboruntersuchung erspart böse Überraschungen.

Verhalten und Beschäftigung

Aras sind hochsozial und langweilen sich schnell. Ein allein gehaltener Ara ohne Beschäftigung schreit mehr, beißt und kann mit Federrupfen beginnen. Er braucht täglich mehrere Stunden Zuwendung, Futtersuchspielzeug und Training mit positiver Verstärkung.

Das Schreien bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ist normal und lässt sich nicht abtrainieren – es gehört zur Art. In einer Mietwohnung mit nahen Nachbarn wird das oft zum ernsten Problem.

Zucht

Aras brüten in Baumhöhlen. In Menschenobhut brauchen sie einen großen Nistkasten aus Holz und ein harmonisches Paar; viele brüten erst mit 4 bis 6 Jahren. Das Gelege umfasst meist 2 bis 3 Eier. Die Ara-Zucht ist in vielen Ländern genehmigungspflichtig und setzt Erfahrung mit Großpapageien voraus.

Rechtliches und verantwortungsvoller Kauf

Alle Aras sind durch CITES geschützt, und mehrere – etwa der Hyazinthara oder der Spix-Ara – stehen in Anhang I, der strengsten Schutzstufe. Bestehen Sie immer auf CITES-Papieren und einem Nachzuchtnachweis, und prüfen Sie die Gesetze Ihres Landes: In weiten Teilen Lateinamerikas ist die Haltung heimischer Wildtiere strafbar. Ziehen Sie in Betracht, einen Vogel aus einer Auffangstation zu adoptieren, statt einen zu kaufen.

Dieser Ratgeber dient der Information und ersetzt keinen vogelkundigen Tierarzt. Prüfen Sie vor der Anschaffung die Gesetze Ihres Landes und verlangen Sie CITES-Papiere. Diese Website verkauft und vermittelt keine lebenden Tiere.

Häufige Fragen

Wie alt wird ein Ara?
Ein gut gehaltener Ara wird zwischen 40 und 60 Jahre alt, große Ara-Arten können sogar älter werden. Ein Ara ist eine Verpflichtung für das ganze Leben seines Halters – manchmal auch darüber hinaus.
Was frisst ein Ara?
Ein Ara sollte als Grundlage extrudierte Pellets für Großpapageien bekommen, dazu täglich frisches Gemüse, etwas Obst und ungesalzene Nüsse. Aras brauchen mehr Fett als andere Papageien, dürfen aber niemals Avocado, Schokolade, Kaffee, Alkohol oder Salz erhalten.
Kann ein Ara in einer Wohnung leben?
Das ist schwierig. Ein Ara braucht viel Platz zum Bewegen, und seine täglichen Schreie sind sehr laut, sodass ein Ara in einer Wohnung mit nahen Nachbarn meist Probleme verursacht. Ideal ist eine Voliere oder ein eigenes Vogelzimmer.
Ist es legal, einen Ara zu halten?
Ob die Haltung eines Aras legal ist, hängt vom Land und von der Art ab. Alle Aras sind durch CITES geschützt, einige – wie der Hyazinthara – auf der strengsten Stufe. Für einen Ara sind CITES-Papiere und ein Nachzuchtnachweis erforderlich.

Arten dieser Gruppe: Aras

23 Arten im Katalog gehören zu diesem Ratgeber

TürkisaraVom Aussterben bedroht

Türkisara

Anodorhynchus glaucus

Der Türkisara, auch Meerblauer Ara und Glaucus-Ara genannt, gehört zusammen mit dem Hyazinthara und dem Learara zur Gattung der Blauaras (Anodorhynchus). Sein Status ist unbekannt, viele Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass er ausgestorben ist. Letzte verlässliche Sichtungen stammen aus dem Jahr 1960.

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Hyazinth-AraGefährdet

Hyazinth-Ara

Anodorhynchus hyacinthinus

Der Hyazinthara ist ein in Südamerika endemischer Papagei aus der Gattung der Blauaras (Anodorhynchus). Mit bis zu 1,3 kg Gewicht und einer Länge von bis zu einem Meter ist der Hyazinthara der größte flugfähige Papagei der Welt.

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Lear-AraStark gefährdet

Lear-Ara

Anodorhynchus leari

Der Learara, auch Lears Ara oder Kleiner Hyazinthara genannt, ist eine stark gefährdete Art der Neuweltpapageien. Benannt wurde sie nach dem englischen Vogelmaler Edward Lear (1803–1888).

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Großer SoldatenaraVom Aussterben bedroht

Großer Soldatenara

Ara ambiguus

Der Bechsteinara oder Große Soldatenara ist ein Vogel aus der Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae) und der Gattung der Eigentlichen Aras (Ara).

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GelbbrustaraNicht gefährdet

Gelbbrustara

Ara ararauna

Der Gelbbrustara oder Ararauna ist ein Vogel aus der Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae) und der Gattung der Eigentlichen Aras (Ara).

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St.-Croix-AraAusgestorben

St.-Croix-Ara

Ara autocthones

Der St.-Croix-Ara ist eine wenig bekannte ausgestorbene Ara-Art von der Insel Saint Croix, die zu den Amerikanischen Jungferninseln, einer Inselgruppe der Kleinen Antillen in der Karibik gehört.

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GrünflügelaraNicht gefährdet

Grünflügelara

Ara chloropterus

Der Grünflügelara oder Dunkelrote Ara ist ein Vogel aus der Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae) und der Gattung der Eigentlichen Aras (Ara).

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Rotkopf-AraNicht beurteilt

Rotkopf-Ara

Ara erythrocephala

Der Rotkopf-Ara, auch als Grüner Jamaika-Ara bezeichnet, ist eine ausgestorbene Ara-Art von der Insel Jamaika.

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BlaukehlaraVom Aussterben bedroht

Blaukehlara

Ara glaucogularis

Der Blaukehlara, auch Blaulatzara oder Caninde-Ara, ist ein Vogel aus der Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae) und der Gattung der Eigentlichen Aras (Ara).

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Gelbstirn-AraAusgestorben

Gelbstirn-Ara

Ara gossei

Der Gelbstirn-Ara ist ein Papageien-Art aus der Gattung der Eigentlichen Aras mit unbekanntem Populationsstatus.

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Guadeloupe-AraAusgestorben

Guadeloupe-Ara

Ara guadeloupensis

Der Guadeloupe-Ara ist eine ausgestorbene Papageien-Art aus der Gattung der Eigentlichen Aras. Er wurde erstmals 1654 und 1667 von Jean-Baptiste Du Tertre und anschließend 1742 bei Jean-Baptiste Labat erwähnt. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte 1905 durch Austin Hobart Clark.

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Hellroter AraNicht gefährdet

Hellroter Ara

Ara macao

Fast meterlanger Ara, scharlachrot mit gelben und blauen Flügelbinden. Fliegt in lebenslangen Paaren über dem Kronendach.

ab 1,99 $

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