Haltungsratgeber
Aras: Ratgeber zu Haltung, Ernährung und Zucht
Avilumen-Redaktion ·
Aras sind die größten Papageien der Welt und zugleich die anspruchsvollsten Mitbewohner. Sie werden Jahrzehnte alt, brauchen sehr viel Platz, schreien so laut, dass man sie Hunderte Meter weit hört, und haben einen Schnabel, der Palmnüsse knackt. Dieser Ratgeber fasst zusammen, was ein Ara wirklich braucht – bevor Sie sich entscheiden, mit einem zusammenzuleben.

Auf einen Blick
- Größe
- 30–100 cm je nach Art
- Lebenserwartung
- 40–60 Jahre; große Arten auch deutlich älter
- Lautstärke
- Sehr hoch
- Erfahrung
- Fortgeschritten
- Platzbedarf
- Voliere oder eigenes Vogelzimmer
Richtwerte: Sie schwanken je nach Art und Tier.
Ernährung
Die Grundlage bilden hochwertige extrudierte Pellets für Großpapageien, täglich ergänzt durch frisches Gemüse, etwas Obst und gekochte Hülsenfrüchte. Wer nur Sonnenblumenkerne füttert, riskiert Übergewicht, Fettleber und Vitamin-A-Mangel.
Anders als viele andere Papageien brauchen Aras mehr Fett: In freier Wildbahn fressen sie sehr energiereiche Palmfrüchte. Ungesalzene Walnüsse, Mandeln oder Macadamianüsse sind eine gute Ergänzung – vor allem für den Hyazinthara, dessen natürliche Nahrung fast nur aus Fett besteht.
- Niemals: Avocado, Schokolade, Kaffee, Alkohol, Salz, Zwiebeln, Knoblauch oder Apfelkerne.
- Täglich frisches Wasser in einem Napf, den der Vogel weder umkippen noch zerbeißen kann.
- Frischfutter nach wenigen Stunden entfernen, damit es nicht gärt.
Unterbringung
Ein handelsüblicher Zimmerkäfig reicht nicht aus. Ein großer Ara braucht mindestens einen Käfig von etwa 90 × 120 × 150 cm mit dicken Gitterstäben; empfehlenswert ist eine Voliere, in der er fliegen kann, oder täglich mehrere Stunden Freiflug in einem sicheren Raum.
Der Schnabel zerlegt Holz, Kunststoff und Kabel in Minuten. Meiden Sie verzinktes Metall sowie Farben mit Zink oder Blei – beim Benagen führen sie zu schweren Vergiftungen.
- Naturäste in verschiedenen Stärken für gesunde Füße.
- Zerstörspielzeug aus Holz, Pappe oder Naturseil, regelmäßig erneuert.
- Keine antihaftbeschichteten Pfannen (Teflon) im Haushalt: Ihre Dämpfe beim Überhitzen töten Vögel innerhalb von Minuten.
Gesundheit
Vögel verbergen Krankheiten, bis sie weit fortgeschritten sind. Ganztägig aufgeplustertes Gefieder, auffällig viel Schlaf, eine beim Atmen wippende Schwanzspitze, veränderter Kot oder Ausfluss aus den Nasenlöchern sind ein Grund, sofort einen vogelkundigen Tierarzt aufzusuchen.
Auf diese Krankheiten sollten Sie achten: Neuropathische Drüsenmagendilatation (PDD, Aviäres Bornavirus), Psittakose (Papageienkrankheit), die auch auf Menschen übertragbar ist, sowie die Schnabel- und Federkrankheit (PBFD). Ein jährlicher Check-up mit Laboruntersuchung erspart böse Überraschungen.
Verhalten und Beschäftigung
Aras sind hochsozial und langweilen sich schnell. Ein allein gehaltener Ara ohne Beschäftigung schreit mehr, beißt und kann mit Federrupfen beginnen. Er braucht täglich mehrere Stunden Zuwendung, Futtersuchspielzeug und Training mit positiver Verstärkung.
Das Schreien bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ist normal und lässt sich nicht abtrainieren – es gehört zur Art. In einer Mietwohnung mit nahen Nachbarn wird das oft zum ernsten Problem.
Zucht
Aras brüten in Baumhöhlen. In Menschenobhut brauchen sie einen großen Nistkasten aus Holz und ein harmonisches Paar; viele brüten erst mit 4 bis 6 Jahren. Das Gelege umfasst meist 2 bis 3 Eier. Die Ara-Zucht ist in vielen Ländern genehmigungspflichtig und setzt Erfahrung mit Großpapageien voraus.
Rechtliches und verantwortungsvoller Kauf
Alle Aras sind durch CITES geschützt, und mehrere – etwa der Hyazinthara oder der Spix-Ara – stehen in Anhang I, der strengsten Schutzstufe. Bestehen Sie immer auf CITES-Papieren und einem Nachzuchtnachweis, und prüfen Sie die Gesetze Ihres Landes: In weiten Teilen Lateinamerikas ist die Haltung heimischer Wildtiere strafbar. Ziehen Sie in Betracht, einen Vogel aus einer Auffangstation zu adoptieren, statt einen zu kaufen.
Dieser Ratgeber dient der Information und ersetzt keinen vogelkundigen Tierarzt. Prüfen Sie vor der Anschaffung die Gesetze Ihres Landes und verlangen Sie CITES-Papiere. Diese Website verkauft und vermittelt keine lebenden Tiere.
Häufige Fragen
- Wie alt wird ein Ara?
- Ein gut gehaltener Ara wird zwischen 40 und 60 Jahre alt, große Ara-Arten können sogar älter werden. Ein Ara ist eine Verpflichtung für das ganze Leben seines Halters – manchmal auch darüber hinaus.
- Was frisst ein Ara?
- Ein Ara sollte als Grundlage extrudierte Pellets für Großpapageien bekommen, dazu täglich frisches Gemüse, etwas Obst und ungesalzene Nüsse. Aras brauchen mehr Fett als andere Papageien, dürfen aber niemals Avocado, Schokolade, Kaffee, Alkohol oder Salz erhalten.
- Kann ein Ara in einer Wohnung leben?
- Das ist schwierig. Ein Ara braucht viel Platz zum Bewegen, und seine täglichen Schreie sind sehr laut, sodass ein Ara in einer Wohnung mit nahen Nachbarn meist Probleme verursacht. Ideal ist eine Voliere oder ein eigenes Vogelzimmer.
- Ist es legal, einen Ara zu halten?
- Ob die Haltung eines Aras legal ist, hängt vom Land und von der Art ab. Alle Aras sind durch CITES geschützt, einige – wie der Hyazinthara – auf der strengsten Stufe. Für einen Ara sind CITES-Papiere und ein Nachzuchtnachweis erforderlich.